Sonnenspiegelung

 

Sonne auf und Sonne unter,

sie geht sogar, welch ein Wunder,

immer noch im Osten auf,

nimmt gen Westen ihren Lauf.

 

Huldvoll sie sich vom Himmel neigt,

sich zeigt von ihrer besten Seit‘.

Denn sogar durch dichte Wolken und

Regen tut sie ihre Güte kund.

 

Wenn Hoffnung liegt im Verschluss,

ist das Leben auch Verdruss.

Wo kommen Licht und Leben her?

Ein Tropfen, Träne aus dem Meer.

 

Das Klärchen bringt den Menschenherzen

mehr Licht als ihre Stumpenkerzen.

Manch Seelenschmerz könnte vergehn,

würden sie sich zur Sonne drehn.

 

Wer mit einer trüben Lampe

steht auf seines Lebens Rampe,

wird kaum erreichen sein Ziel,

wenn Finsternis ist im Spiel.

 

Doch auch nicht alles, was blendet,

ist  Licht das die Sonne sendet.

Habe Acht, dass der Schein nicht trügt

und dich das Leben nicht belügt.

 

Vertrau der Sonne, ihrem Licht,

denn es scheint dir und trüget  nicht.

Mit ihrem Sein schenkt sie dir Wärme,

damit nicht frieren deine Därme.

 

Und wenn doch der graue Nebel

sitz manchmal am langen Hebel,

dann hol dir jemand, der ihn schiebt,

es gibt wen, der dich trotzdem liebt.

 

©Folkmar Drechsel –10.11.2010

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