Taggeflüster

 

Neblig trüb der Morgen graut,

Ist etwa schon der Tag versaut?

Morgengraun ist aller Laster Anfang,

Drum mich mal jeder kann, dann

Am Abend besuchen oder auch nicht,

Der trübe - Tag - wo ist dein Licht?

 

Wieso schaust du so trüb mein Freund,

Aus deiner Wäsche? In Leid und Freud

Ist´s doch egal ob´s hagelt oder schneit

Ob´s stürmt, regnet oder Sonne scheint.

Auch an einem trüben Tag scheint Sonne

In dir, drum hau die Trübsal in die Tonne.

 

Freu dich doch eines jeden Tages, denn

Machst ihn dir zur Plage, hast du verpennt

Die schönste Zeit des Lebens und grämst gar sehr dich.

Wie soll’s auch anders sein, denkst es scheint kein Licht

Für dich mehr auf der Welt, die andern haben alles                                               

Oder nichts. Werd du selbst im Falle eines Falles.

 

Das Leben ist schön, beginn es zu genießen.

Sieh, wie die bunten Blumen aus der Erde sprießen,

Wie Hummeln, Bienen, Vögel sich in Lüften tummeln.

Auch auf der Erde ist ein tierisches Gewimmel,

Drum komm und tanz mit in der Schöpfung Reigen,

Da wirst du sehn, der Himmel hängt noch voller Geigen.

 

Musik erklingt, statt Blitz und Donnerhall,

Komm raus, komm mit zum Frühlingsball

der Natur, die dir die trübe Stimmung nimmt.

Sei fröhlich, auch wenn noch nicht alles stimmt.

Der Tag ist nicht so bescheiden, wie du denkst

Wenn du Herz und Seele zur Sonne lenkst.           

 

Folkmar Drechsel–24.04.2008     

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