Die Schätze

Nachdem sie sich gestärkt, abgeräumt und aufgewaschen hatten, meinte der Einsiedler: "Zur Drachenerzhöhle können wir bei dem Regen nicht gehen. Darum erzähle ich dir jetzt von deinem Urgroßvater und zeige dir alles,  was er für dich zu mir gebracht hat."

Man konnte Lovrix´ Herz vor Aufregung klopfen hören. Einsiedler verschwand im hinteren Teil der Höhle und kam mit einer kleinen Holztruhe zurück. Die Spannung stieg, denn er öffnete sie nicht. Stattdessen stellte er sie neben den Tisch, setzte sich und begann zu erzählen: "Du musst wissen, dein Urgroßvater und ich waren Freunde. Er war zwar älter als ich aber das schadete unserer Freundschaft absolut nicht. Er war wie ein lieber Vater zu mir. Wir haben viel gemeinsam unternommen. Er erklärte mir, wie die Pilze und Beeren heißen und vor den Giftigen warnte er mich.

Spannend war es, als er mir von den Heilkräften der vielen Kräuter erzählte. Alles, was er darüber wusste, hat er in einem Buch nieder geschrieben. In diesem Buch sind auch die Krankheiten von Menschen, Tieren und den anderen Waldbewohner aufgezählt. Dein Uropa war ein weiser Mann, dem alle vertrauten. Überall war er als der Elfenvater bekannt und herrschte wie ein König über das Volk im Elfenwald Immergrün.

Du wirst bemerkt haben, dass die Elfen gerne singen. Die meisten Lieder hat er gedichtet und Melodien dazu Komponiert. Sie stehen alle in einem dicken Buch.“

 „Nun sehe ich es dir an der Nasenspitze an, dass du gern wissen möchtest, was alles in der Truhe verborgen ist. Einiges habe ich dir schon erzählte.", sagte der Einsiedler mit einem schelmischen Lächel auf dem Gesicht.

"Hat er dir die Bücher mit den Rezepten und den Liedern für mich gegeben?",  fragte Lovrix wissbegierig.

"Ja so ist es und außerdem noch ein paar andere wertvolle Sachen." Der Einsiedler öffnete die kleine Truhe und Lovrix riss vor Staunen die Augen weit auf. Andächtig nahm er das Buch mit den Rezepturen und das Gesangbuch heraus. So schöne alte Bücher hatte er vorher weder in der Hand gehabt noch gesehen.

Das Liederbuch war in Leder gebunden.

 

Die Rezepturen für Tee, Salben und Tinkturen, hatte der Uropa in ein Buch mit rotem Samt mit goldenen Verzierungen geschrieben. Aber da waren noch mehr in der Truhe. Ein unscheinbarer Stein und ein in Papier eingewickelter Gegenstand.

 

Doch viel mehr wurde sein Blick von einem kleinen silbernen Kästchen magisch angezogen. Vorsichtig nahm er es heraus. Es wog schwer in seinen Händen. Als er es geöffnet hatte, wusste Lovrix, dass er einen wirklichen Schatz in seinen Händen hielt. Das Kästchen war aus Silber, fein verziert und mit Edelsteinen besetzt. In ihm lagen geschliffene Edelsteine, einer schöner als der andere. Lovrix wusste vor Freude und Staunen gar nicht, was er sagen sollte. Ihm blieb die Spucke weg, wie die Menschen in so einer Situation sagen würden.