Trolle

Es war so spannend, dem Einsiedler zu lauschen und die wunderschönen Sachen anzusehen, dass sie alles andere um sich herum vergaßen. Sie waren ganz erstaunt, dass die Sonne schien. Einsiedler meinte: „Es ist Zeit nach Draußen zu gehen.“

Als sie vor die Höhle traten sahen sie einen Dunstschleier über den Wiese und kleine Dampfwölkchen aufsteigen. Der Regen hatte dem Land gut getan.

„Weißt du, was dein Uropa immer sagte? Auch manchmal wenn es noch regnete.“

„Nein, aber du wirst es mir gleich sagen.“

„Die Sonne scheint, die Mücken spielen. Das war einer seiner Lieblingssprüche.“

„Das ist ja lustig“, sagte Lovrix. „Wenn das so ist, könnten wir jetzt barfuß über die Wiesen und das Moos laufen.“, schlug der Elfenjunge vor. Der Einsiedler stimmte ihm zu und schon rannten sie los. Nach dem Regen sah das Gras noch grüner aus als sonst. Kleine Tropfen auf den Grashalmen glitzerten wie Diamanten.

Zwei Rehe näherten sich der Lichtung, äugten nach allen Seiten, kamen auf die beiden zu und ließen sich von ihnen streicheln.

Dann raschelte es im nahen Wald und ein weißes Einhorn preschte auf die Lichtung. Auf ihm saßen zwei Trolle. Sie sahen sehr aufgeregt aus. „Was habt ihr denn?“, fragte der Einsiedler.

„Wir haben ein krankes Kind zu Hause. Es hustet stark, hat Fieber und Durchfall.“

Schlimmer konnte es einem Trollkind kaum ergehen.

„Und jetzt wollt ihr, dass ich euch Medizin gebe? Komm Lovrix. Wir rennen mit dem Einhorn um die Wette. Mal sehen, wer von uns schneller ist.“

Fast wäre der alte Mann zuerst an der Höhle gewesen. Doch Lovrix und das Einhorn überholte ihn kurz davor. Der Einsiedler holte Medizin aus seiner Höhle und erklärte den Trollen wie sie zu nehmen ist: „Vom Hustensaft gebt ihr dem Kind dreimal am Tag einen kleinen Löffel voll. Von den Pillen erst einmal eine. Aber höchstens zwei am Tag, bis das Fieber weg ist. Hier ist noch etwas gegen Durchfall. Geriebener Apfel mit Zwieback hilft auch schon.“ Die Trolle bedankten sich, das Einhorn rannte los und verschwand bald hinter den Bäumen.

Einsiedler und Lovrix setzten sich auf eine Bank um den späten Nachmittag zu genießen.

Am nächsten Tag wollten sie zur Drachenerzhöhle gehen. Sie befand sich in einer Schlucht, die von dichtem Wald umgeben war. Zwei Stunden mussten sie mindestens einplanen um zur Höhle zu gelangen und den gleichen Weg wieder zurück.